A. Uberti- History repeats itself

Bild mit freundlicher Genehmigung von A. Uberti S.p.A. 

Mein erster Kontakt mit Uberti Waffen war die 1873 Sporting Rifle in 20 Zoll. Sie hatte ein buntgehärtetes System und einen Octagonallauf. Das Kaliber war mit .357 Magnum zwar für den Fangschuss ideal, aber mir fehlte hier die historische Genauigkeit der Patrone (und irgendwie sieht eine Western Waffe im Schmalen .38er Röhrchen immer etwas komisch aus). Die Waffe wechselte zwar den Besitzer ist aber in den guten Händen eines lieben Freundes, der damit im Wettkampfbereich arbeitet.

Datierungshilfe:
  • 1945–1953: Jahr als Dezimalzahl (z. B. 1945, 1946…)
  • 1954–1970: Römische Zahlen (X = 1954, XI = 1955 … XVI = 1960, XX = 1964 … XXX = 1974)
  • 1971–1973: Kombination aus römischen und arabischen Ziffern (XX7 = 1971, XX8 = 1972, XX9 = 1973)
  • 1975–2009: Buchstabenkombination in Quadraten (AA = 1975, AB = 1976 … AC = 1977 … AP = 1986 … CF = 2010) (vollständige Liste unter Armietiro :contentReference[oaicite:8]{index=8})
  • Seit 1. Juni 2020: Zweistellige Jahreszahl im Rechteck (z. B. „20“ für 2020) :contentReference[oaicite:9]{index=9}

Auf dieser Seite zeige ich Euch meine Sammlung an Uberti Waffen. Wie man sieht, ist es mit Uberti und mir eine Leidenschaft die zunehmend wächst. Ich beschäftige mich seit längerer Zeit auch mit der Firmengeschichte und konnte im Wikipedia Eintrag zur Firma A.Uberti S.p.a. meinen Beitrag leisten.

Doch was unterscheidet Uberti von anderen europäischen Herstellern im Western bereich?

Innovation in alter Technik

Ich persönlich finde es sehr spannend wie Aldo Uberti und Vittorio Gregorelli zusammen nicht nur einfach ein Replika herstellten. Sie versuchten auch zwei der ältesten Sicherheitsprobleme der Western Ära zu entschärfen.

Six-Shooter mit nur 5 Schuss

Als ich mit dem Sammeln von Schreckschusswaffen anfing, um die Waffen von Eastwood und Wayne in Händen halten zu können, ging es bei mir immer um die Waffen der Firma H. Schmidt aus Ostheim. Schwere gut aussehende PTB Waffen, die wie ich dachte nahe am Original sind. Doch als ich die Waffen zerlegte, zeigt sich, dass der Schlagbolzen vom Hammer getrennt war. Ein Feature das bei den Colt 1873er Modellen nicht verfügbar war. Auch bei meinem ersten Single Action Revolver, einem Ruger Blackhawk, gab es eine modere Sicherungsvariante den sog. Transferbar, der bei nicht gezogenem Abzug verhindert, dass das Schlagstück auf eine Patrone in der Trommel trifft.

Die Waffen Nerds unter Euch wissen wovon ich spreche. Für alle anderen erkläre ich es gern. Die Waffe von Samuel Colt, vielen als „Peacemaker“ aus Film und Fernsehen bekannt hatte eine Trommel mit 6 Kammern. Also wurde sie auch gern als Six-Shooter bezeichnet. Allerdings trug in der Zeit des „Wilden Westen“ niemand seinen Peacemaker mit 6 Schuss geladen. Dies hatte einfach nur Sicherheitsgründe.

Wenn der Hahn des Revolvers entspannt ist, dann ruht der Zündstift auf dem Zündhütchen der Patrone der Kammer die sich in einer Linie mit dem Lauf befindet. Auf den ersten Blick nicht schlimm. Aber wenn die Waffe so gegen einen harten Gegenstand stößt oder auf den Boden fällt, feuert sie die Patrone ab. Im dümmsten Fall wird man so von seiner eigenen Waffe erschossen. Daher luden die Cowboys und auch Gunfighter ihre Six-Shooter nur mit 5 Schuss. Denn im dümmsten Fall wird man sonst von seiner eigenen Waffe erschossen.

A. Uberti ging nun dieses Problem von einem anderen Blickpunkt aus an. Die Waffe mit getrenntem Zündstift sieht im gespannten Zustand immer anders aus als das Original. Ohne Schlagkopf etwas „verstümmelt“ Ich habe Euch das hier mal im Vergleich mit meiner HS Ostheim.

Ubertis Konstruktion ist eine genau so geniale Leistung wie die Patente von Colt selbst. Er schaffte es in den Hahn einen Riegel einzubauen, der bei nicht vollständig gezogenen Abzug verhindert, dass der Schlagkopf das Zündhütchen erreicht, sofern man den Hahn in die Sicherheitsrast gezogen hat.

Sicherheit auch bei Langwaffen

Auch die Unterhebelrepetierer, namentlich die 1866er Serie wurde mit einem Sicherheitsfeature ausgestattet, dass den Originalen fehlt. Hierbei ist die Konstruktion deutlich einfacher gestaltet als bei den Revolvern.

Hier einmal gezeigt, sieht man, dass dieses Züngel den Abzug blockiert wenn der Durchladehebel nicht komplett am Schaft anliegt.

Dies verhindert, dass ein Schuss bricht, obschon der Verschluss nicht komplett geschlossen ist. Dies kann fatale Folgen für den Schützen haben und sogar zu Waffensprengungen führen.

Hier nochmal der direkte Vergleich in der technischen Zeichnung

Technik beiseite: Was hat A. Uberti mit Westernfilmen zu tun?

Uberti-Waffen im amerikanischen Westernfilm
Waffen des italienischen Herstellers Uberti wurden in zahlreichen Westernfilmen eingesetzt, da sie historische Vorbilder detailgetreu nachbilden und zuverlässig verfügbar waren. Bereits in den 1960er-Jahren nutzte Sergio Leone für seine Italowestern Revolver aus der Uberti-Produktion, unter anderem in The Good, the Bad and the Ugly und Once Upon a Time in the West. Auch in späteren Produktionen wie True Grit, The Outlaw Josey Wales, Dances with Wolves und Tombstone kamen Uberti-Revolver und -Gewehre zum Einsatz. Diese Verwendung wird nicht nur in zeitgenössischen Filmquellen, sondern auch im Fachbuch The World of Beretta von Robert L. Wilson bestätigt, das die Rolle Ubertis im internationalen Filmwaffenmarkt ausdrücklich beschreibt.

Also: Ohne Uberti, Keine Dollar Triologie, kein Clint Eastwood als Legende und Kevin hat auch keine Authentische 1860er auf der Büffeljagd mit den Sioux dabei.

Wie geht es weiter mit mir und Uberti?

Die rote Waffenbesitzkarte für Waffensammler mit dem Thema: „Kurz- und Langwaffen von Aldo Uberti, die von den Unternehmen Gregorelli&Uberti von 1959 bis 1962 sowie A.Uberti&C 1962 bis 1998 hergestellt worden sind“ ist ein großer Schritt gewesen, um Licht in das Dunkel der fehlenden Aufzeichnung und verlorenen Modelle aus dem Lebenswerk Aldo Ubertis zu bringen. Trotzdem suche ich weiterhin nach Kuriositäten und verbogenen Stempelmarken.

Solltet Ihr also im Besitz von Uberti Originalwaffen bis zum Beschussjahr 1998 sein, so meldet Euch doch bitte bei mir. Gemeinsam können wir viel erreichen.

So oder so: Der neueste Knaller ist auf der IWA 2026 gezündet worden. Uberti will einen Nachbau der berühmten Vulcanic Pistol auf den Markt bringen. Ich finde es sehr bewegend, denn aus meiner Sicht ist das genau der Geist den Aldo Uberti in seine Firma brachte. Stets auf der Suche nach der Möglichkeit die Geschichte zu wiederholen.

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